Instrumentenflug für Motorflugzeuge (IFR)

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Die CPL-Ausbildung wird ab 2006 nicht mehr vom Fliegerclub BUSSARD angeboten.

 

Die Ausbildung erfolgt auf Cessna 172 HAWK

 

 

1.    ALLGEMEINES

 

(1) Pilotenscheine (Erwerb, Erweiterung, Verlängerung etc.) sind in der Zivilluftfahrtpersonalverordnung (ZLPV, BGBL, Nr. 219/1958 idgF) und im Durchführungserlass zu den Zivilluftfahrt - Personalvorschriften geregelt.

 

(2) Die vorliegende Grundinformation dient der groben Orientierung. Die unterschiedliche Ausgangssituation jedes einzelnen Schülers (Alter, Vorbildung, vorhandene Berechtigungen, anrechenbare Flugstunden, etc.) erfordern ein zusätzliches Beratungsgespräch, in dem die zur Erlangung des gewünschten Ausbildungszieles vorgeschriebenen Voraussetzungen und Erfordernisse auf Basis der o.a. gesetzlichen Bestimmungen erklärt werden.

 

 

2.    UMFANG DER INSTRUMENTENFLUGBERECHTIGUNG

 

(1) Der Inhaber einer Instrumentenflugberechtigung darf Instrumentenflüge (Flüge nach Instrumentenflugregeln - IFR) mit für Instrumentenflug zugelassenen Flugzeugen durchführen. Die Instrumentenflugberechtigung umfasst weiters die volle Sprechfunkberechtigung.

 

Anmerkung: Ohne Instrumentenflugberechtigung ist ein regelmäßiger, von Wetter und Tageszeit unabhängiger Flugbetrieb undenkbar.

 

(2)    Die Instrumentenflugberechtigung ist eine Zusatzberechtigung, die in einen bestehenden Privat- oder Berufspilotenschein eingetragen wird.

 

(3)     Die Instrumentenflugberechtigung ist eine der Mindestvoraussetzungen für den Erwerb eines Linienpilotenscheines.

 

 

3. VORAUSSETZUNGEN

 

(1) Wer sich um eine Instrumentenflugberechtigung bewirbt, hat folgende Voraussetzungen nachzuweisen:

 

a)     allgemeines Funksprechzeugnis für den Flugfunkdienst (AFZ)

b)     gültiger Privat- oder Berufspilotenschein

c)    Gültige oder ruhende Sicht - Nachtflugberechtigung, die jedoch durch 5 Landungen bei Nacht und 5 Flugstunden ohne Sicht (etwa in Wolken) im Zuge der Instrumentenflugausbildung ersetzt werden kann.


d)    Motorflüge von insgesamt mindestens 150h Dauer (auf diese Gesamtflugzeit sind Simulatorzeiten nicht anrechenbar). In diesen Flugstunden müssen enthalten sein:

¨    20 Flugstunden innerhalb der letzten 12 Monate vor Antragstellung

¨    Überlandflüge von wenigstens 50h Dauer

¨    Instrumentenflüge von mindestens 40h Dauer unter Aufsicht eines befugten Fluglehrers, wobei Übungen auf einem dafür zugelassenen Simulator bis zum Ausmaß von 20h anrechenbar sind.

 

(2) Fachliche Befähigung: Der Nachweis erfolgt durch eine erfolgreich abzulegende Prüfung. Die Prüfungsreife ist durch eine österreichische Flugschule zu bestätigen.

 

 

3.    AUSBILDUNG

 

Gesamtdauer: Die Dauer der Ausbildung variiert je nach Ausbildungsfortschritt von Fall zu Fall und ist zudem durch die von der Behörde festgesetzten Prüfungstermine bestimmt. Im Schnitt ergibt sich eine Ausbildungszeit von ca. 3 Monaten.

 

3.1 Theorie

 

Wie? - Der Kurslehrgang:

Hier wird in einem abgeschlossenen Kurs zu fix vereinbarten Unterrichtstagen der vorgeschriebene Stoffumfang vorgetragen bzw. ständig wiederholt. Diese Form ist jedoch nur möglich wenn eine Mindestanzahl von Schülern (3 FS) daran teilimmt.

 

Individualausbildung:

Die Ausbildung erfolgt durch individuellen Einzelunterricht ergänzt durch Selbststudium bei laufender Kontrolle und Dokumentation des Lernfortschritts. Jeweilige Unterrichtstermine werden individuell vereinbart. Dadurch kann der Ausbildungsfortschritt den spezifischen Fähigkeiten und terminlichen Erfordernissen der/des Auszubildenden angepasst werden. Die/der Auszubildende ist somit nicht an geschlossene Lehrgänge (vorbestimmter Ort, fixe Unterrichtszeiten) gebunden. Als Unterrichtsgrundlage dienen umfassende Skripten und sonstige Behelfe.

 

(1)       Wo? Die  Ausbildung findet am Flughafen Linz für das Flugtraining und im Club – Trainings – Center Pasching für die Theorieausbildung statt

 

(2)       Wann? Da es sich bei den Teilnehmern großteils um berufstätige Personen handelt, wird die Ausbildung terminlich mit den Schülern vereinbart.

 

(3)       Lehrer: Die/Der Auszubildende wird durch einen namhaft gemachten Fluglehrer (Coach) durch die Ausbildung geführt: Der betreuende Fluglehrer führt nicht nur die praktische Ausbildung durch, sondern unterrichtet in der Regel auch zumindest einen Großteil der erforderlichen Theoriefächer: Theorie- und Praxisausbildung kommen somit nahtlos aus einer Hand und sind daher beliebig organisier- und kombinierbar (Intensivausbildung, Blockunterricht, etc.). Vom betreuenden Fluglehrer gegebenenfalls nicht selbst unterrichtete Theoriefächer werden, terminlich koordiniert, durch andere Lehrer übernommen.

 

(4) Theoriefächer: Basis- und Funknavigation, Verfahren, Flugwetter, Luftfahrtrecht, Flugsicherung, Flugmedizin, Technik.

 

 

(5)   Zeitaufwand: Dieser ist hauptsächlich von den Schülern abhängig. Die Dauer beträgt zwischen 3 und 6 Monaten.

 


3. 2 Praxis - Ausbildung

 

(1)   Wann, wo?: Die praktische Ausbildung wird, nach Maßgabe der Verfügbarkeit von Fluglehrern und Flugzeugen, auf die terminlichen Erfordernisse der/des Auszubildenden abgestimmt und kann jederzeit begonnen werden. Die Ausbildung findet vorwiegend am Flughafen Linz oder nach Vereinbarung statt.

 

(2) Umfang: Die praktische Ausbildung umfasst mindestens 40 Flugstunden nach Instrumentenflugregeln an Bord eines für Instrumentenflug zugelassenen Motorflugzeuges unter Aufsicht eines befugten Instrumentenfluglehrers. 10 Stunden davon können auf einem Simulator des Types ELITE Pro Panel 6.0 durchgeführt werden.

 

(3)       Flugzeuge: Derzeit kommen Flugzeuge der Type Hawk XP "Piper Arrow" (einmotorig) und "Piper Seneca" (zweimotorig) zum Einsatz.

 

 

4.    PRÜFUNG

 

(1) Allgemeines: Die Theorieprüfung wird von einer Privat- oder Berufspilotenprüfungskommission normalerweise am Prüfungsort Wien (bei Austro-Contol GmbH), der Prüfungsflug durch ein Kommissionsmitglied aus den o.a. Prüfungskommissionen an einem zu vereinbarenden Ort abgenommen.

 

(2)      Theorieprüfung: Bei der Theorieprüfung hat der Bewerber nachzuweisen, dass er über die zur Ausübung der angestrebten Berechtigung notwendigen Fachkenntnisse verfügt. Die Theorieprüfung ist schriftlich und wird vorwiegend mit Multiple-Choice-System abgewickelt.

 

(3)  Praxisprüfung: Die Praxisprüfung (Prüfungsflug) ist innerhalb von 6 Monaten nach der Theorieprüfung abzulegen. Der Prüfungsflug (mit Prüfer an Bord) umfasst ein festgelegtes Programm von ca. einer Stunde Dauer. Wird der Prüfungsflug auf einem Motorflugzeug der Gewichtsklasse A oder B abgelegt, so ist die Instrumentenflugberechtigung für die Gewichtsklasse A und B zu erteilen. Wird der Prüfungsflug auf einem Motorflugzeug einer höheren Gewichtsklasse abgelegt, so ist die Instrumentenflugberechtigung für diese Gewichtsklasse und für alle niedrigern Gewichtsklassen zu erteilen. Weiters ersetzt der Prüfungsflug einen allenfalls erforderlichen Prüfungsflug zum Erwerb einer Typenberechtigung für die Type des bei der Prüfung verwendeten Motorflugzeuges.

 

Anmerkung: Nach Abschluss der Ausbildung können natürlich die dem jeweiligen Ausbildungsstand entsprechenden AIRLINK - Flugzeuge angemietet und alle sonstigen
AIRLINK - Einrichtungen weiterhin in Anspruch genommen werden.

 

5.    GÜLTIGKEIT

 

(1)  Gültigkeitsdauer:  Die Gültigkeitsdauer einer Instrumentenflugberechtigung beträgt 12 Monate.

 

(2)   Verlängerung: Für die Verlängerung der Gültigkeit einer Instrumentenflugberechtigung hat der Bewerber nachzuweisen, dass er innerhalb des letzen Monats vor Gültigkeitsablauf einen Instrumentenflug ohne Sicht unter Aufsicht eines dafür befugten Fluglehrers (Überprüfungsflug) einwandfrei ausgeführt hat. Kann der Bewerber nachweisen, dass er innerhalb der letzten 6 Monate Instrumentenflüge von mindestens 6 Stunden ausgeführt hat, muss der Überprüfungsflug lediglich innerhalb der letzten 12 Monate ausgeführt worden sein.

 

6.         KOSTEN

 

(1)       Je nach Ausbildungsprogramm, Einzel- und Kurskosten verschieden.